Gute Bruterfolge bei Brachvogel und Kiebitz
Guter Bruterfolg bei Brachvogel und Kiebitz
Nach dem katastrophalen Ergebnis von nur einem flüggen Brachvogel-Jungen und nur 5 flüggen Kiebitz-Jungen im Jahr 2008 gab es dieses Jahr Anlass zu großer Freude. 9 - 10 Brachvogel-Junge und 45 - 46 Kiebitz-Junge erreichten im Jahr 2009 im Vorarlberger Rheintal (ohne Rheindelta) das flugfähige Alter. Das Dornbirner Gleggen war – wie in den vergangenen Jahren - mit 6 Revieren das wichtigste Brachvogel-Brutgebiet in Vorarlberg. 2009 erreichten hier 6 Junge das flugfähige Alter. Fast alle flüggen Kiebitz-Junge stammen aus den Lustenauer Riedgebieten, davon 24 aus dem Auer Ried und 20 aus dem Widnauer Ried.
Während der Bruterfolg beim Kiebitz in diesem Jahr in der gleichen Größenordnung wie in den Jahren 2005 bis 2007 liegt, ist der diesjährige Bruterfolg des Großen Brachvogels eine kleine Sensation. Mit 0,64 - 0,71 Jungen pro Brutpaar wurde dieses Jahr der beste Bruterfolg der Jahre 1999-2009 erreicht. Er liegt auch deutlich über dem Wert von mindestens 0,41 Jungen pro Brutpaar, der nach Kipp (1999) für den Selbsterhalt der Vorarlberger Brutpopulation erforderlich ist. Nur in den Jahren 2004 und 2007 konnte ebenfalls ein für den Selbsterhalt ausreichender Bruterfolg erreicht werden.
Zum guten Bruterfolg der Wiesenbrüter haben Maßnahmen beigetragen, die der Naturschutzbund Vorarlberg gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern und mit finanzieller Unterstützung der Marktgemeinde Wolfurt und anderer Finanzierungspartner durchführte. So wurde das Wolfurter Ried durch Entbuschungen und die Anlage von Flachteichen in den vergangenen Jahren für Wiesenbrüter aufgewertet. Im Projekt „Wiesenbrüterschutz in Vorarlberg zäunte Alwin Schönenberger mit HelferInnen einen Kiebitz-Acker im Auer Ried ein, um die Gelege so vor bodengebundenen Beutegreifern zu schützen. Die Jäger der Niederwildreviere Auer Ried, Lustenau und Dornbirn Nord konnten im Winter 2008/09 durch günstigere Witterungsverhältnisse und ihr großes Engagement höhere Abschusszahlen bei der Schwerpunktbejagung auf Fuchs, Dachs, Steinmarder und Hermelin als in den vorigen Projektwintern erzielen.
Im Kiebitz-Projekt von Naturschutzbund und Marktgemeinde Lustenau im Rahmen der Kampagne vielfaltleben wurde im Gsieg eine Geländeerhebung am Hauptgraben inklusive Fuchsbau entfernt und mit dem Aushubmaterial eine Grünbrücke angelegt. Zudem markierte das Projektteam, v.a. Mag. Jürgen Ulmer mit Unterstützung von Reinhard Hellmair Kiebitzgelege, damit sie von den Landwirten bei der Bewirtschaftung geschont werden konnten.
Weitere Infos:
Naturschutzbund Vorarlberg
Schulgasse 7, 6850 Dornbirn
Tel. 05572/29650, FAX 05572/21053
email: vorarlberg@naturschutzbund.at




